Andacht März - Juni 2020

„Zeit zum Aufstehen!“

Was brauchst Du um „wach“ zu werden? Ich kenne Menschen, die wecken sich auf die harte Tour auf. Sie duschen eiskalt oder laden sich einen „fiesen“ und lauten Weckton auf ihr Handy. Andere lassen sich eher sanft „wach küssen“ mit einer ruhigen Musik oder einer freundlichen Stimme: „Aufstehen mein Schatz!“ Ich persönlich mache mich gerne mit einem guten Kaffee wach.
Aber warum wollen wir eigentlich wach werden?
Warum nicht einfach im Bett liegen bleiben?
„Nein! Das geht natürlich nicht!“ würden die meisten sagen.
„Nichts dagegen, dass man mal ausschläft, aber die ganze Zeit liegen bleiben? das geht nicht – schließlich will man ja auch noch was vom Tag haben.“
Doch was heißt das eigentlich: „was vom Tag haben“?
Was bedeutet: „Was vom Leben haben“?
Machen wir uns darüber überhaupt Gedanken?
Nach einer Untersuchung hat ein 70-jähriger Mensch sechs Monate seines Lebens vor einer roten Ampel verbracht.
Wäre es nicht schade, wenn wir mehr Zeit an roten Ampeln verbringen, als uns Zeit zu nehmen über den Sinn und die Qualität unseres Lebens nachzudenken?
Viele Menschen denken: „Ich will mein Leben nicht verschlafen mit dem Trott aus Arbeit, Essen, Schlafen.
Ich will ein Leben mit Wert, mit Sinn und mit einem Ziel.“
Die Bibel sagt, dass der Sinn des Lebens darin besteht, eine Verbindung zu Gott zu finden. In dieser Verbindung mit Gott erkennen wir dann unsere persönliche Bestimmung, unseren Sinn im Leben; wobei natürlich diese Bestimmung wechseln kann.
Ich werde mit 80 eine andere Bestimmung haben, als ich sie mit 18 hatte.
Was für mich gerade dran ist, genau dafür kann mir Jesus Christus die Augen öffnen. Aber dazu muss ich mich auf eine Beziehung mit Jesus einlassen. Er macht mich dann wach. So heißt es im Epheserbrief: „Wach auf der du schläfst, steh auf von den Toten, dann wird dich Christus erleuchten.“  Epheser 5,14
Mit anderen Worten:
Wer mit Jesus lebt, der wacht auf, der hat was vom Tag, vom Leben – ja der hat das Leben, denn Jesus zeigt dir dann, was für dich gerade dran ist.

In diesem Sinne eine schönes Frühlingserwachen!
Ihr P. Hannes Koch

Andacht Dezember 2019 - Februar 2020

Liebe Gemeinde,

Im Sommer war ich in Schweden. Ein tolles Land und doch: leben möchte ich dort nicht! Warum nicht? Zulange dunkel im Winter – das ist nichts für mich. Licht spielt für mein Wohlbefinden schon eine Rolle. Wenn die Sonne scheint bin ich fitter, als wenn mich durch das Fenster eine finstere „Wolkensuppe“ anguckt. Geht ihnen das auch so? Kein Wunder also, dass wir auch bildlich von „dunklen Tagen“ sprechen, wenn wir schwere Zeiten durch machen, wenn es für uns „finster“ aussieht. Umgekehrt reden wir von einen „Lichtblick“, wenn uns etwas gut tut. Dunkel: Das steht für Krankheit, Trauer, Enttäuschung und Tod. Licht: Das steht für Freude, Glück, Kraft, Hoffnung und das Leben.

Doch was vertreibt die Dunkelheit aus meinem Leben? Was macht mein Leben denn hell? Im Wochenspruch für Dezember heißt es: „Wer im Dunkeln lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraut auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinem Gott.“ Jes. 50,10. Mit diesen Worten richtet sich Gott an Menschen, die „dunkle“ Zeiten durchmachen. Seine Botschaft: Wer auf Gott, auf seine Kraft vertraut, für den wird er sorgen. Gott selbst ist dein Licht im Tunnel und er führt dich aus der Finsternis. Das ist nicht nur ein schöner Spruch. Mit der Geburt von Jesus hat Gott dieses Versprechen wahr und erfahrbar gemacht. Jesus selbst hat sich als das Licht für die Welt (Johannes 8,12), d.h. für jeden Menschen bezeichnet. Der Kontakt, die Beziehung zu ihm bringt Licht und d.h. alles für was Licht im Leben steht (Freude, Glück, Kraft, Hoffnung).

Unzählige Menschen haben gerade in den dunkelsten Stunden ihres Lebens, Jesus als Licht erfahren. Einer von ihnen war John Newton. Nur wenige kennen John Newton, aber sein Lied ist weltberühmt: „Amazing Grace“. John Newton war Kapitän auf großer Fahrt gewesen. Er segelte viele Male auf dem Atlantik. Er war also ein Mann, der schon viel ausgehalten hat. Doch der Tod seiner Frau machte ihm zu schaffen. John Newton selbst schreibt: „ Die Bank von England ist viel zu arm um einen Verlust wie den meinen wiedergutzumachen. Aber der Herr, der all-genügende Gott, spricht und es wird Wirklichkeit. Wer ihn kennt und ihm vertraut, fasse neuen Mut. Er kann uns jeden Tag die nötige Kraft schenken. Er kann uns stark machen, wenn die Belastungen größer werden.“ Newton hat Gott als Licht in dunklen Tagen erlebt, als Kraft- und Hoffnungsquelle.

Das können wir auch, wenn wir uns mit unseren Belastungen an Jesus im Gebet wenden. Nun mag der eine oder andere Leser/-in denken: „He, was hat das mit mir zu tun? In meinem Leben scheint die Sonne! Mir geht es blendend! Ich brauche keinen göttlichen Krisenmanager! Ich komme schon alleine klar!“ Allerdings: Wenn ich mich gut „fühle“ heißt das noch nicht, dass es mir auch gut „geht“. Jeder von uns hat seine persönliche „Dunkelkammer“ im Leben. Darin sind unsere Ängste, wie die Angst vor dem Sterben, Sorgen, unsere unaufgearbeiteten Konflikte, alte Verletzungen und und und. Alles Dinge, die wir alleine nicht bewältigen können. Natürlich halten wir diese „Dunkelkammer“ schön verschlossen, damit sich die Dunkelheit darin nicht ausbreitet. Wirklich ausräumen können wir diese Dunkelkammer nur mit Gott. Denn nur Gott hat die Macht, jede Dunkelheit zu vertreiben, auch den Tod. Jesus hat genau das bewiesen mit seiner Auferstehung von den Toten. So lautet die gute Nachricht für alle Menschen: An Weihnachten ist dir ein Licht aufgegangen! Ich hoffe, dass du es siehst.

In diesem Sinne eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr P. Hannes Koch

Andacht September - November 2019

Was treibt uns an?

 

Viele werden von dem Wunsch nach Schönheit, Fitness, Erfolg oder Anerkennung angetrieben. Darüber hinaus will man sich etwas gönnen, konsumieren: Ein schönes Haus, ein toller Urlaub, ein schickes Auto.

Dabei ist die gängige Meinung, dass man für die Erfüllung seiner Wünsche hart arbeiten muss. Und so stehen nicht wenige unter einem immensen Druck: Tatsächlich werden wir auch dank der Technik immer effizienter, erledigen mehr in weniger Zeit.

Auf der anderen Seite ist es Stress die Erwartungen der anderen und die eigenen zu erfüllen zu müssen. Ist es da ein Wunder, dass in unserer Zeit psychische Erkrankungen zunehmen. Bei jedem dritten Deutschen wird eine psychische Erkrankung diagnostiziert. (Quelle: FAS)

Dabei bleibt die Frage offen, ob wir wirklich glücklich sind, wenn wir unsere Erwartungen erfüllen. Kürzlich las ich von einem Amerikaner. Er war der Managertyp. Dieser Mann kaufte sich einen heruntergekommen Yachthafen an einem großen See. Er steckte seine ganze Energie und Zeit in das Ziel diesen Hafen wieder attraktiv zu machen. Und es gelang ihm. Der Yachthafen wurde immer größer, schöner. Längst schreibt er schwarze Zahlen, große schwarze Zahlen.

Doch auf die Frage: „Fühlen sie sich nun glücklich?“ antwortete der Mann:

„Nein! Meine Frau und meine Kinder haben mich verlassen, weil ich nur gearbeitet habe. Meine Gesundheit ist angegriffen- alles wegen diesem blöden Hafen.“

Bin ich wirklich auf Dauer zufrieden, wenn ich erfolgreich, schön und fit bin?

Jesus fragte mal seine Zuhörer: „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und an seiner Seele Schaden nimmt?“ Mt.16,26

Mit dieser Frage macht Jesus deutlich macht: Wir können ein volles Bankkonto und doch ein leeres Herz haben. Wir können nach unseren Maßstäben erfolgreich und doch unzufrieden sein.

Doch was tut denn dann meiner Seele wirklich gut? Wo finde ich Erfüllung?

Bei dem lebendigen Gott.

Ich sagen bewusst: „lebendig“, weil für viele Gott nur eine lebensferne Theorie oder eine Moral ist. Doch Gott ist lebendig und lebensnah. Die Bibel spricht davon, dass der lebendige Gott uns durch Jesus selbst Mensch und damit uns nahe gekommen ist. Durch Jesus hat Gott gewissermaßen eine Leitung zu uns gelegt. Ich muss mich nur an diese Leitung anschließen und den Hahn aufdrehen: Die Bibel nennt dies „Glauben“, Vertrauen, die Verbindung zu Jesus suchen. Jesus bat mal eine Frau um Wasser. Nun, normales Wasser hatte die Frau, doch es fehlte ihr der Stoff, der ihren Lebensdurst stillte. Deshalb sagt Jesus der Frau: „Das Wasser, was ich dir geben, wird in dir eine Quelle zum ewigen Leben.“ (vgl. Joh.4.)

M.a.W.: Wenn du dich mir anschließt, findest du Erfüllung für Deine Seele.

Wie sich das anfühlt, wenn ich bei Jesus angeschlossen bin?

Folgende Gedanken aus einer christlichen Zeitschrift bringen es auf den Punkt:

  • „Sich unabhängig von der eigenen Leistung geliebt wisse. - und ich füge hinzu: sich dennoch gebraucht wissen. -
  • Sich unabhängig vom einen Vermögen gewollt wissen.
  • Sich unabhängig von eigenen Fähigkeiten wertvoll wissen.
  • Sich unabhängig von äußeren Zwängen innerlich frei wissen.“ (Quelle: Zeitschrift : Wort und Tat)

Das ist der Schlüssel zum Glück, nicht die eigenen oder die Erwartung anderer erfüllen müssen, sondern sich im Kontakt mit Jesus erfüllen lassen.

 

Ihr P. Hannes Koch

Andacht Juni - August 2019

Richtiges Zuhören –
wie Gott uns dabei helfen kann


Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,

kommen Sie gut ins Gespräch? »Verstehen« Sie sich mit anderen?
Der schwäbische Kabarettist Uli Keuler sagte mal: „Sei still! Ich brauche deine Meinung nicht, wenn ich mit dir diskutier`!“
Das klingt lustig! Nur leider, führen viele Menschen genau so ihre Gespräche: Flottes Mundwerk, aber lahme Ohren. Doch wenn man dem anderen nicht zuhört, dann redet man schnell aneinander vorbei. Man versteht sich nicht – im wortwörtlichen Sinne. Dabei bedeutet gutes Zuhören auch die Zwischentöne mit zuhören.
Oft wird das Wesentliche vom Gesprächspartner nicht direkt, sondern zwischen den Zeilen gesagt.
Vor allem aber gilt: Wer nicht zuhört, der lernt nichts – übrigens auch nicht von Gott. Viele führen Gespräche nach dem Motto: „Meine Meinung steht fest, verwirren sie mich nicht mit Fakten.“
Die Bibel hat einen guten Kommunikationstipp: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Jak. 1,19
»Schnell hören«: d.h. zunächst mal ganz »Ohr« zu sein und nicht gleich »Widerworte« zu geben.

Dazu zwei Testfragen:

1. Falle ich anderen Menschen schnell ins Wort?
2. Interessiert mich, was mein Gegenüber zu sagen hat?

Wenn ja, dann muss ich mir Zeit nehmen und Konzentration geben, wenn mein Gesprächspartner spricht – auch das gilt für das Gespräch mit Gott.
Viele kritisieren: „Ich höre nichts von Gott.“ Aber könnte das nicht daran liegen, dass Gott gar nicht schweigt, sondern dass ich mir keine Zeit nehme oder zu abgelenkt bin um Gott zu hören? Umgekehrt heißt es in der Bibel: „Sei langsam zu reden!“, d.h. nicht, das ich nur schweigen soll. Ich sollte mir nur Zeit lassen, bei dem was ich sage.
Denn wenn du Worte ausgesprochen hast, dann kannst du sie nicht mehr zurücknehmen. Jeder kann wissen, was Worte anrichten. Manchmal habe ich schon mit meinen Worten einen Menschen verletzt. Ich wollte das gar nicht, aber ich habe nicht darüber nachgedacht, was meine Worte beim Zuhörer auslösen. Ich habe zu schnell geredet.
Ein Auslöser zu schnell zu reden, sind auch negative Empfindungen. Deshalb lautet der dritte Tipp: „Sei langsam zum Zorn.“
Vielleicht denken Sie jetzt: „Theoretisch weiß ich das alles schon, aber das ist oft schwer im Alltag umzusetzen.“
Dabei kann uns Gott helfen. Wer mit Gott im Gespräch ist, der wird ein besserer Gesprächspartner für andere Menschen. In diesem Sinne wünsche ich ihnen gute Gespräche mit Gott und Mitmenschen, an schönen Sommertagen und -abenden.

Ihr
Pastor Hannes Koch