Andacht Juni - August 2017

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Auf wen hörst Du?

„Gehorchen“: Das ist absolut unpopulär.

Nicht nur weil in der Nazi-Zeit der blinde Gehorsam und die Haltung „Befehl ist Befehl“ für schlimmste Verbrechen missbraucht wurden. Auch heute steht „Gehorchen“ für ein Nicht- selber -denken und Unfreiheit.

Und so erklären viele Menschen: „Mir hat keiner was zu sagen!“

Doch in Wirklichkeit lassen sich die meisten sehr wohl fremd-bestimmen.

Viele Jugendliche gehorchen in der Mode dem Trend und tragen die Markenklamotten, die gerade angesagt sind.

Viele Erwachsene plappern nur das nach, was alle anderen sagen. Man gehorcht dem Mainstream, d.h. der allgemeinen Meinung.

Es gibt viele, die gerne sich anders verhalten oder anderes vertreten würden, aber sie trauen sich nicht.

Denn wer anders ist, kriegt „Stress“. Und so gibt es auch heute viele Mitläufer/innen.

Selbst der Mensch, der sich von all dem nicht beeinflussen lässt, gehorcht doch einem Diktator: „Seiner eigenen Laune.“ Wie oft bestimmen uns persönliche Gefühle, Sympathien und Antipathien?

Wie oft lassen wir uns von unseren Ängsten leiten und sei es die Angst Außenseiter/in zu werden?

Ich bin überzeugt: Ob es uns bewusst ist oder nicht: Wir alle hören auf etwas oder jemand. Die Frage ist nur auf wen?

Im Monatsspruch der Bibel für den Monat Juni heißt es: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Apg. 5,29. Diesen Satz sagt vor 2000 Jahren ein Mann Namens Petrus. Er hat in der Öffentlichkeit von Jesus erzählt. Petrus erklärt: „Jesus ist der Retter aller Menschen. Er ist von den Toten auferstanden und er lebt und schenkt Menschen ein neues Leben mit Gott.“

Den obersten Priestern passte das nicht. Sie verhaften Petrus und setzen ihn mächtig unter Druck. Doch Petrus hört nicht auf sie. Er erzählt weiter von Jesus. Nicht weil er seinen Kopf durchsetzen will, sondern weil er sich von Gott beauftragt weiß.

Ebenso handelte ein Martin Luther vor 500 Jahren.

Luther erkannte, dass man sich Gottes Liebe nicht erkaufen kann, sondern sie durch Jesus geschenkt bekommt. Doch das sollte er zurücknehmen.

Dieses Mal waren es der Kaiser und der Papst die mächtig Druck machten. Doch Luther stand zu seiner Erkenntnis. Er lasse sich mit Bibelworten und mit vernünftigen Argumenten korrigieren, aber ohne diese, würde er nichts zurücknehmen.

Auch die holländische Christin Corrie ten Boom widersetze sich dem NS-Staat in dem sie zu Hause Juden versteckte. Ten Boom kam dafür selbst ins KZ und hat es nur durch ein Wunder überlebt.

Ten Boom, Luther, Petrus: Sie alle haben Menschen nicht gehorcht. Doch nicht, weil sie sich nichts sagen lassen wollten, sondern weil sie sich jemand höherem verpflichtet fühlten: Gott. Und dieser Gott steht nicht nur für moralische Werte, wie Gerechtigkeit, Frieden und Liebe und Barmherzigkeit. Dieser Gott hat auch einen Plan mit dieser Welt, einen Plan, den er mit Jesus Christus verwirklicht und in dem sich auch Menschen einbringen können. Ten Boom, Luther, Petrus haben dies getan und viel Gutes bewirkt.

Dabei will Gott keine Marionetten, die selber nicht nachdenken. Im Gegenteil: Wer auf Jesus hört , der wird das eigene Denken nicht aufgeben, aber mit Gott „überdenken“. Warum? Weil Gott unser Denken übersteigt und so ist es letztlich in unserem Interesse auf ihn zu hören. In diesem Sinne: Ein gutes „Hören auf Gott".

Ihr Pfr. Hannes Koch