Andacht Dezember 2017 - Februar 2018

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Fest der Liebe?

Adventssamstag in einem Parkhaus: Zwei Autofahrer brüllen sich an.
Beide suchen in der völlig überfüllten Stadt seit vielen Minuten einen Parkplatz.
Nun schleppen sie sich mit der Blechlawine durch das Parkhaus. Der Geduldsfaden ist extrem gespant. Dann bremst der vordere Autofahrer. Der Hintermann muss voll in die Eisen steigen und explodiert vor Wut.
Am gleichen Tag sitzt eine Frau allein in ihrer Wohnung und packt Geschenke ein.
Sie hat ihr Zuhause weihnachtlich geschmückt: Kerzen, Weihnachtsmann und Engel.
Ganz leise läuft im Hintergrund der Song „Last Chrismas“.
Auf einmal denkt die Frau  an ihren EX-Freund und wie gemein er zu ihr gewesen war.
Plötzlich fängt sie an zu heulen.
Verwundete Herzen oder gereizte Nerven; Frust und/oder Aggression:  Kennen sie das?
Sicher: So etwas gibt es nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern das ganze Jahr.
Und doch gerade vor dem „Fest der Liebe“ steigt die Anspannung und sinkt die Frustrationstoleranz bei den Menschen.
Dabei hat die wahre Bedeutung gerade das Gegenteil zum Inhalt.
Dies macht auch der Bibelvers deutlich, der uns durch den Monat Dezember begleiten soll. Er lautet: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ Lk.1,78-79
Wörtlich wird mit in diesen Worten gesagt, dass wir Gott im innersten berühren. Unser Stress geht Gott „an die Nieren“. Unseren Verletzungen geht im zu Herzen
Unsere innere Leere und Orientierungslosigkeit, sie berühren seine „Eingeweide“.
Und weil wir Gott zu Herzen gehen, will er in unserer Haut stecken.
An Weihnachten wird Gott ein Mensch, der Mensch Jesus Christus.
Deshalb ist Weihnachten tatsächlich ein Fest der Liebe, das Fest der Liebe Gottes zu uns.
Durch Jesus nimmt Gott uns in den Blick, nimmt er teil an unseren Sorgen und Nöten.
Er tut dies um unser Leben hell und freundlich zu machen, als „Licht aus der Höhe“.
Jesus ist gekommen um Menschen „auf den Weg des Friedens zu leiten“,
Jesus führt zum Frieden mit Gott, mir selbst und meinen Mitmenschen.
Und dies kann ich auch heute erfahren. Denn Gott kam nicht nur für ein paar Jahre auf diese Welt um uns nachher wieder zu vergessen. Jesus ist auch heute durch seinen Geist unter uns.
„Das Licht aus der Höhe“ kannst du auch heute sehen, wenn du  spürst, dass Gott dich liebt und dich
So beschreibt es der Ex-Neonazi und Schläger Oliver Schalk:
„Gott hat mein kaputtes Herz gesund geliebt.“
Auf den „Weg des Friedens“ kann dich Jesus auch heute leiten,
wenn du ihn um Verzeihung bittest und erfährst, dass er dir vergibt.
Wenn du statt der vielen aktuellen „Hasspredigten“ seine Worte der Versöhnung hörst.
Wenn er dir die Kraft über den eigenen Schatten zu springen und du den ersten Schritt zur Versöhnung wagst.
In unsere unbarmherzige Welt ist Gottes Barmherzigkeit gekommen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie sein Licht und seinen Frieden in diesen Tagen für sich entdecken.
Ihr Pfr. Hannes Koch