Andacht Juni - August 2018

  • Drucken

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

am 16. Juni beginnt sie: Die Fußballweltmeisterschaft 2018.

32 Mannschaften spielen bei Gastgeber Russland um den Pokal.

Natürlich reisen aber nicht nur die Mannschaften und ihr Teams ins Land.

Auch Journalisten, Politiker , Funktionäre und nicht zuletzt viele, viele Fans reisen nach Russland. So ist so eine Weltmeisterschaft immer eine Gelegenheit der Völkerverständigung. Ich erinnere mich noch an die WM in Deutschland vor 12 Jahren.

Damals war das Motto: „Zu Gast bei Freunden.“

Tatsächlich haben sich viele Deutsche damals von einer Seite gezeigt, die man vielen nicht zu getraut hätte: „Gastfreundlich.“ Heute spricht man auch gerne von „Willkommenskultur“.

Ausdrücklich werden wir in der Bibel zur Gastfreundschaft aufgerufen.

So heißt es im Monatsspruch

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ Hebr.13,2

Doch was ist das eigentlich „gastfreundlich“?

Viele denken zur Gastfreundschaft gehört viel Aufwand.

Für den Gast müsse man alles blitze-blank putzen, aufräumen, viel einkaufen und und und.

Tatsächlich fangen viele Gastgeber/innen im Vorfeld eines Besuchs an zu „rotieren“.

Aber ist die Mühe immer notwendig und vor allem wirklich „gastfreundlich“?

Ich persönlich glaube, dass ein Gast sich besonders freut, wenn der Gastgeber entspannt ist und ihn/sie einfach mit in das eigene Leben hinein nimmt;

wenn der Gast nicht nur einen vollen Teller, sondern ein offenes Ohr vorfindet.

D.h. : Nicht alles anders machen, weil Besuch da ist, sondern mit dem Gast das teilen, was man hat.

Ein Vorbild dieser Art von Gastfreundschaft finden wir bei Jesus selbst.

Jesus hatte nicht nur ein offenes Haus (vgl.Joh1,38f), er teilte mit den Menschen auch Essen und ihre Sorgen. (Mk.6,34-37)

Dabei hat Gottes Gastfreundschaft immer zum Ziel, dass wir uns bei ihm Zuhause fühlen.

Doch nicht nur der Gastgeber teilt mit dem Gast.

Wolfgang Vorländer schreibt in seinem Buch: „Gottes Gastfreundschaft im Leben der Gemeinde“: „Gastfreundschaft ist keine Aktivität, sondern eine unbewusste Ausstrahlung, die einem Menschen die Botschaft vermittelt: `Mir fehlt etwas, wenn du fehlst; wenn du vorüberziehst, dann ist mein Leben ärmer geworden.´

Tatsächlich: Gäste machen nicht nur Arbeit und Mühe: Sie bereichern unser Leben.

Dies deutet auch der Monatsspruch an, in dem es heißt:

Durch eure Gastfreundschaft habt ihr unbemerkt Engel beherbergt.

Engel sind Boten Gottes. Diese können übernatürliche Wesen aber auch Menschen können Boten Gottes sein.

Wer sie aufnimmt und Gastfreundschaft schenkt, dient Gottes Plan.

Ja wer Gottes Boten aufnimmt, wird dadurch Gottes Segen empfangen.

So lohnt sich Gastfreundschaft in mehrfacher Hinsicht.

Es nicht nur ein „Geben“ , sondern man bekommt viel zurück, manchmal ohne es gleich zu merken.

Gastfreundschaft lohnt sich, zumal wenn uns bewusst wird, dass wir alle nur „Gäste“ auf Erden sind.

 

Ihr P. Hannes Koch