Andacht September - November 2018

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Liebe Gemeindeglieder,

Liebe Leserin; Lieber Leser,

 

Kannst Du noch staunen?

Kindern sagt man nach, dass sie staunen können.

Kinder kriegen noch große Augen und aus ihrem Mund entweicht ein „Boah!“.

Uns Erwachsenen scheint es schwerer zufallen zu staunen.

Das liegt auch daran, dass wir glauben, viele Phänomene erklären zu können.

Aber sind eigentlich erklärbare Dinge weniger erstaunlich, als unerklärliche?

So staune ich über die Fledermaus, die über meine Terrasse fliegt und mit ihrem Radar sogar ein 0,05 mm dickes Seil erkennt.

Ich staune über einen Sonnenuntergang am Strand.

Auch wenn ich natürlich weiß, dass die Sonne gar nicht untergeht, sondern die Erde sich bewegt, dennoch staune ich darüber.

Zumal: Was heißt eigentlich „erklären“?

Sie können sagen: „Mein Auto fliegt nicht weg, weil es die Erdanziehungskraft gibt!“

Aber ist das wirklich eine Erklärung?

Denn was ist denn die Erdanziehungskraft und woher kommt sie?

Warum zieht Materie andere Materie an? Wir wissen es nicht.

Nun ob erklärbar oder nicht: Diese Welt ist voller Wunder, Wunder über die wir staunen können.

Einer der das Staunen nicht verlernt hat, meldet sich in der Bibel zu Wort.

In Prediger 3,11 heißt es: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“

Gott: Nach den Worten der Bibel ist er nicht nur der Schöpfer, sondern auch der Erhalter der Welt.

Dabei hat Gott den Menschen mit einer erstaunlichen Eigenschaft ausgestattet.

Die Bibel drückt es sehr poetisch aus: Gott hat dem Menschen „die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“.

D.h.: Dass der Mensch ein staunenden Wesen ist, hat auch damit zu tun, dass er über den Tellerrand hinaus sieht.

So fragen Menschen in allen Teilen der Welt, in jeder Kultur nach dem Sinn des Lebens, nach einer ewigen Hoffnung, nach etwas „göttlichem“.

Der Grund liegt darin: Jeder Mensch hat eine tiefe Sehnsucht nach der Ewigkeit, einen Lebenshunger, den letztlich nur der ewige Gott stillen kann.

Doch wer ist dieser Gott? Wie können wir ihn erkennen?

Der Schriftsteller Professor C.S. Lewis schreibt in seinem Buch „Pardon ich bin Christ“: „Wenn wir Gott erkennen wollen, geht die Initiative von ihm aus. Gibt er (Gott) sich nicht zu erkennen, dann kann uns all unser Bemühen nicht helfen.“

Und gibt sich Gott zu erkennen? Ja, das tut er.

Jesus behauptet, dass Gott sich durch ihn zuerkennen gibt. So erklärt Jesus: „Wer mich sieht, sieht Gott.“ (vgl. Joh. 14, 9) D.h. Durch Jesus wird Gott Mensch damit wir ihn, Gott, erkennen.

Ja, mehr noch: Durch Jesus können wir mit Gott in Kontakt kommen.

Jesus ist so etwas wie eine lebendige Brücke, die uns mit Gott verbindet; wie ein PIN-Code, durch den sich die Tür zu Gott öffnet.

Gott gibt sich uns also uns Menschen als Mensch zuerkennen. Er tut es um sich mit uns zu verbinden und die Sehnsucht in unserem Herzen zu stillen. Darüber möchte ich nicht aufhören zu staunen. In diesem Sinne: Euch eine erstaunliche Zeit!

 

Euer P. Hannes Koch