Andacht Juni - August 2019

Richtiges Zuhören –
wie Gott uns dabei helfen kann


Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,

kommen Sie gut ins Gespräch? »Verstehen« Sie sich mit anderen?
Der schwäbische Kabarettist Uli Keuler sagte mal: „Sei still! Ich brauche deine Meinung nicht, wenn ich mit dir diskutier`!“
Das klingt lustig! Nur leider, führen viele Menschen genau so ihre Gespräche: Flottes Mundwerk, aber lahme Ohren. Doch wenn man dem anderen nicht zuhört, dann redet man schnell aneinander vorbei. Man versteht sich nicht – im wortwörtlichen Sinne. Dabei bedeutet gutes Zuhören auch die Zwischentöne mit zuhören.
Oft wird das Wesentliche vom Gesprächspartner nicht direkt, sondern zwischen den Zeilen gesagt.
Vor allem aber gilt: Wer nicht zuhört, der lernt nichts – übrigens auch nicht von Gott. Viele führen Gespräche nach dem Motto: „Meine Meinung steht fest, verwirren sie mich nicht mit Fakten.“
Die Bibel hat einen guten Kommunikationstipp: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Jak. 1,19
»Schnell hören«: d.h. zunächst mal ganz »Ohr« zu sein und nicht gleich »Widerworte« zu geben.

Dazu zwei Testfragen:

1. Falle ich anderen Menschen schnell ins Wort?
2. Interessiert mich, was mein Gegenüber zu sagen hat?

Wenn ja, dann muss ich mir Zeit nehmen und Konzentration geben, wenn mein Gesprächspartner spricht – auch das gilt für das Gespräch mit Gott.
Viele kritisieren: „Ich höre nichts von Gott.“ Aber könnte das nicht daran liegen, dass Gott gar nicht schweigt, sondern dass ich mir keine Zeit nehme oder zu abgelenkt bin um Gott zu hören? Umgekehrt heißt es in der Bibel: „Sei langsam zu reden!“, d.h. nicht, das ich nur schweigen soll. Ich sollte mir nur Zeit lassen, bei dem was ich sage.
Denn wenn du Worte ausgesprochen hast, dann kannst du sie nicht mehr zurücknehmen. Jeder kann wissen, was Worte anrichten. Manchmal habe ich schon mit meinen Worten einen Menschen verletzt. Ich wollte das gar nicht, aber ich habe nicht darüber nachgedacht, was meine Worte beim Zuhörer auslösen. Ich habe zu schnell geredet.
Ein Auslöser zu schnell zu reden, sind auch negative Empfindungen. Deshalb lautet der dritte Tipp: „Sei langsam zum Zorn.“
Vielleicht denken Sie jetzt: „Theoretisch weiß ich das alles schon, aber das ist oft schwer im Alltag umzusetzen.“
Dabei kann uns Gott helfen. Wer mit Gott im Gespräch ist, der wird ein besserer Gesprächspartner für andere Menschen. In diesem Sinne wünsche ich ihnen gute Gespräche mit Gott und Mitmenschen, an schönen Sommertagen und -abenden.

Ihr
Pastor Hannes Koch