Andacht Dezember 2019 - Februar 2020

Liebe Gemeinde,

Im Sommer war ich in Schweden. Ein tolles Land und doch: leben möchte ich dort nicht! Warum nicht? Zulange dunkel im Winter – das ist nichts für mich. Licht spielt für mein Wohlbefinden schon eine Rolle. Wenn die Sonne scheint bin ich fitter, als wenn mich durch das Fenster eine finstere „Wolkensuppe“ anguckt. Geht ihnen das auch so? Kein Wunder also, dass wir auch bildlich von „dunklen Tagen“ sprechen, wenn wir schwere Zeiten durch machen, wenn es für uns „finster“ aussieht. Umgekehrt reden wir von einen „Lichtblick“, wenn uns etwas gut tut. Dunkel: Das steht für Krankheit, Trauer, Enttäuschung und Tod. Licht: Das steht für Freude, Glück, Kraft, Hoffnung und das Leben.

Doch was vertreibt die Dunkelheit aus meinem Leben? Was macht mein Leben denn hell? Im Wochenspruch für Dezember heißt es: „Wer im Dunkeln lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraut auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinem Gott.“ Jes. 50,10. Mit diesen Worten richtet sich Gott an Menschen, die „dunkle“ Zeiten durchmachen. Seine Botschaft: Wer auf Gott, auf seine Kraft vertraut, für den wird er sorgen. Gott selbst ist dein Licht im Tunnel und er führt dich aus der Finsternis. Das ist nicht nur ein schöner Spruch. Mit der Geburt von Jesus hat Gott dieses Versprechen wahr und erfahrbar gemacht. Jesus selbst hat sich als das Licht für die Welt (Johannes 8,12), d.h. für jeden Menschen bezeichnet. Der Kontakt, die Beziehung zu ihm bringt Licht und d.h. alles für was Licht im Leben steht (Freude, Glück, Kraft, Hoffnung).

Unzählige Menschen haben gerade in den dunkelsten Stunden ihres Lebens, Jesus als Licht erfahren. Einer von ihnen war John Newton. Nur wenige kennen John Newton, aber sein Lied ist weltberühmt: „Amazing Grace“. John Newton war Kapitän auf großer Fahrt gewesen. Er segelte viele Male auf dem Atlantik. Er war also ein Mann, der schon viel ausgehalten hat. Doch der Tod seiner Frau machte ihm zu schaffen. John Newton selbst schreibt: „ Die Bank von England ist viel zu arm um einen Verlust wie den meinen wiedergutzumachen. Aber der Herr, der all-genügende Gott, spricht und es wird Wirklichkeit. Wer ihn kennt und ihm vertraut, fasse neuen Mut. Er kann uns jeden Tag die nötige Kraft schenken. Er kann uns stark machen, wenn die Belastungen größer werden.“ Newton hat Gott als Licht in dunklen Tagen erlebt, als Kraft- und Hoffnungsquelle.

Das können wir auch, wenn wir uns mit unseren Belastungen an Jesus im Gebet wenden. Nun mag der eine oder andere Leser/-in denken: „He, was hat das mit mir zu tun? In meinem Leben scheint die Sonne! Mir geht es blendend! Ich brauche keinen göttlichen Krisenmanager! Ich komme schon alleine klar!“ Allerdings: Wenn ich mich gut „fühle“ heißt das noch nicht, dass es mir auch gut „geht“. Jeder von uns hat seine persönliche „Dunkelkammer“ im Leben. Darin sind unsere Ängste, wie die Angst vor dem Sterben, Sorgen, unsere unaufgearbeiteten Konflikte, alte Verletzungen und und und. Alles Dinge, die wir alleine nicht bewältigen können. Natürlich halten wir diese „Dunkelkammer“ schön verschlossen, damit sich die Dunkelheit darin nicht ausbreitet. Wirklich ausräumen können wir diese Dunkelkammer nur mit Gott. Denn nur Gott hat die Macht, jede Dunkelheit zu vertreiben, auch den Tod. Jesus hat genau das bewiesen mit seiner Auferstehung von den Toten. So lautet die gute Nachricht für alle Menschen: An Weihnachten ist dir ein Licht aufgegangen! Ich hoffe, dass du es siehst.

In diesem Sinne eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr P. Hannes Koch