Andacht Dezember 2014 - Februar 2015

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Warten ?!

Warten: Wer tut das schon gerne: Sei es beim Arzt im Wartezimmer, wenn noch fünf Leute vor einem dran sind, oder an der Kasse, wenn jemand in aller Ruhe in seinem Portemonnaie nach Kleingeld sucht und dann noch Deutschlandpunkten oder Gelben Säcken fragt.
Gerade wir Deutsche stehen im Ruf besonders ungeduldig zu sein. Oft allerdings warten Menschen freiwillig, wenn es was besonderes gibt: Fans warten stundenlang bis die Kasse zu einem Konzert ihrer Lieblingsgruppe öffnet.
Menschen stehen geduldig bis ein Supermarkt öffnet, der ein „Superschnäppchen“ im Angebot hat. Diese Beispiele zeigen: Warten hat mit der Erwartung zu tun. Wer warten kann, erwartet etwas besonders, etwas auf das sich das Warten lohnt.
Umgekehrt: Wer nichts erwartet, der verzagt oder wird ungeduldig.
Wie oft höre ich:  „Es geht doch eh alles den Bach runter also
Machen wir Party bis es soweit ist.
„Lasst uns fressen und sauen, denn morgen sind wir tot.“ (Jes.22,13)
Wie sieht das bei Dir aus? Wartest Du noch, oder erwartest Du nichts mehr, für dich, für diese Welt?
Christen können warten, weil sie etwas- oder besser - jemanden erwarten: Jesus Christus.
Dabei geht es zum einen um die Erkenntnis , dass Gott durch Jesus unter die Menschen gekommen ist, dass er unter uns wirkt auch heute noch. Deutlich wurde mir das an einer Geschichte. Einem Landwirt brannte seine große Scheune ab. Finanziell war dies eine Katastrophe. Der Landwirt war auch zunächst geschockt. Doch dann sagte er: „Ich bin gespannt, was der Herr jetzt tut!“
Dieser Mann war fest davon überzeugt: Jesus lässt ihn nicht im Stich.
Er wird etwas tun. Dieses Beispiel macht mir deutlich: Als Christ lebe ich erwartungsfroh. Ohne die Händen in den Schoß zu legen, warte ich doch auf Gottes Hilfe und Führung in meinem Leben.
Doch das ist nicht die einzige Erwartung, die Christinnen und Christen haben. In der Bibel wird immer wieder versprochen das Jesus Christus eines Tages wieder kommen wird. An diese Hoffnung erinnert die Adventszeit. Denn „Advent“ heißt Ankunft, die Ankunft von Jesus Christus. Mit seinem Wiederkommen bringt Jesus auch eine neue Welt hervor, eine Welt ohne Leiden, Tod, Krieg und Angst,
eine heile Welt, in der Menschen unmittelbar Gottes Nähe und Liebe erfahren. Was sich hier so phantastisch anhört, ist keine unbegründete Erwartung. Gerade wenn ich heute schon Gottes Hilfe erwarte und erfahre, wird die Zukunft für mich erwartungsvoll.
In diesem Sinne: Eine erwartungsfrohe Adventszeit!


Ihr Hannes Koch

„Du verlierst keine Zeit, wenn du auf Gott wartest“, Corrie ten Boom