Andacht September - November 2016

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Einfach anziehend!

Finden Sie sich liebenswert? So dass Sie denken: „Also, wer mich sieht, wer mich kennt, der muss mich einfach mögen?“ Die wenigsten tun das. Vielleicht liegt es daran, dass wir mit unserem Äußeren nicht zufrieden sind oder dass wir unsere Charakterschwächen und unsere Fähigkeiten als eingeschränkt wahrnehmen. Da ist ein Teenager, dem seine Nase zu gross ist. Da ist eine Frau mittleren Alters, die sich für zu „weich“ hält.

Da ist ein älterer Mann, dem seine Kräfte immer mehr schwinden. So unterschiedlich diese Menschen alle sind, sie alle halten sich für nicht besonders attraktiv.

Dieses Empfinden hatte auch das Volk Israel vor 2500 Jahren.

Der nördliche Teil des Landes war von der assyrischen Supermacht überrannt worden. Sie wurden ihrer Heimat vertrieben. Viele waren Flüchtlinge, so wie heute viele auf der Welt. Nicht wenige dieser Israeliten dachten: „Wir sind Habenichtse, wer mag uns schon? Wir sind unattraktiv!“

Für mich nicht!“ erklärt Gott durch den Propheten Jeremia.

Im Gegenteil: „Ich habe dich ewig lieb! Darum habe ich dich zu mir gezogen aus Zuneigung.“ M.a.W. ich finde Euch anziehend und möchte, dass ihr meine Liebe spürt.

Diese Zusage Gottes gilt heute auch uns. Dadurch, das Gott durch Jesus Mensch wurde und für uns Menschen litt, versichert Gott jedem Menschen seine Liebe und das für immer.

Vieles von dem wir glauben, das es uns wertvoll und liebenswert macht, wird mit der Zeit vergehen oder wir verlieren es: Schönheit, Status, Kraft.

Gott dagegen sagt: „Meine Liebe verlierst Du nicht! Ich habe dich für immer lieb!“ Allerdings können wir Gottes Liebe ignorieren und damit ablehnen, weil wir denken, dass wir sie nicht nötig haben.

Wer sich dagegen Gottes Liebe anvertraut und sie erfahren hat, der möchte sie nicht mehr missen. Denn Gottes Liebe ist spürbar.

Wörtlich heißt es bei Jeremia: Gott lässt sich blicken, blicken in unserem Leben. D.h. ich erlebe, wie seine Liebe mich trägt und mich stark macht. In seiner Liebe gibt mir Gott Kraft für meinen Alltag. In seiner Liebe verändert er mich. Durch kleine und große Wunder erfahre ich: „Gott zieht mich in seiner Liebe zu sich!“ Wenn Sie das erlebt haben, dann zeigen Sie doch anderen Menschen, dass Gottes Liebe auch ihnen gilt. Sagen sie gerade den Menschen, die sich selbst unattraktiv fühlen: „Im Namen Gottes, lass Dich drücken!“

 

Liebe Grüße

Ihr P. Hannes Koch