Andacht März - Mai 2019

Ich erinnere mich noch, wie ich an der Nordsee nach Bernstein suchte.

Auf einmal war so etwas wie das „Schatz-Such-Fieber“ ausgebrochen.

Am Ende habe ich nur ein kleines Stück gefunden. Aber das war nicht so schlimm.

Es ging um das Suchen, die Aufregung, den Spaß dabei.

So verging die Zeit dabei wie im Flug.

Kennst Du das: Dich hat etwas gepackt und du bist voll mit dem Herzen dabei?

Ein Fußballspiel, eine spannende Diskussion, ein packender Krimi oder aber eine Beziehung. Dass Du mit dem Herzen bei ihm bist: genau das will Gott von dir.

Gott will nicht nur, dass wir irgendeine religiöse Pflicht erfüllen nach dem Motto:

„Ja, also Taufe muss schon sein! Und zum Gottesdienst sollten die Konfirmanden auch gehen! Schließlich mussten wir das ja auch früher und warum sollte es denen heute bessere gehen als uns.“

Nein, Gott will dich bewegen, in deinem Inneren.

So sagt schon der Prophet Samuel vor 3000 Jahren den Israeliten:

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm.“ 1. Sam.7,3

Das Herz: In der Bibel ist das der Ort des Empfindens und des Denkens.

Es geht also Samuel um unsere innere Einstellung zu Gott, um dein persönliches Verhältnis zu ihm.

Zur Zeit des Propheten Samuel suchten viele Menschen Zuflucht bei fremden Göttern.

Heute suchen viele Ihr Heil im Konsum, in der Vergötterung von Leistung und Gesundheit. Viele gehen zum „Besprechen“ oder suchen ihr Heil in der Esoterik.

Gott steht dagegen für nicht wenige für Altertum, Langeweile und mäßige Stimmung.

Nach dem Motto: „Oh, da kommt eine Sendung über Gott im Fernsehen? Schnell weiter schalten. Schließlich möchte ich einen gemütlichen Abend haben.“

Doch der Prophet Samuel fordert uns auf: Gib Gott eine Chance!

Trau ihm was zu und vertraue dich ihm an.

Vielleicht ist Gott ja gar nicht so langweilig. Vielleicht kann Gott ja viel mehr als du denkst, konkret helfen und heilen.

Gott hat nicht nur den Anspruch dein Herz zu berühren, sondern auch zu erfüllen.

Bei Gott findest du nicht einen netten Zeitvertreib, sondern auch noch Hoffnung auf Ewigkeit.

Deshalb: Gib Gott eine Chance, denn er könnte die Chance für Dich sein!

„Gib Jesus eine Chance!“ darum bittet Philippus auch seinen Freund Nathanel.

Philippus war ein Anhänger Jesus. Er war überzeugt: Mit Jesus erfüllen sich Gottes Versprechen. Mit Jesus erlebe ich Gott in meinem Leben.

Nun wollte Phillipus auch seinen Freund Nathanel zu Jesu bringen.

Doch Nathanel war skeptisch: „Dieser Jesus kommt doch aus Nazareth? Das ist ein winziges Dorf! Was soll aus Nazareth gutes kommen?“ fragt Nathanel.

Philippus hält Nathanel darauf keinen Vortrag.

Er gibt seinem Freund keine theologische Abhandlung.

Phillipus sagt nur: „Komm und sieh!“

Komm und sieh: D.h. heute: In Kontakt mit Jesus treten:

Durch einen Gottesdienst, durch ein Gebet, durch andere Christen,

durch Worte aus der Bibel.

Christen glauben: Jesus ist an Ostern auferstanden. Er lebt und du kannst auch heute was mit ihm erleben, die frage ist nur ob du dich und dein Herz ihm zuwendest und öffnest. Komm und sieh!

 

Ihnen einen gesegnete Passions- und Osterzeit

Ihr P. Hannes Koch

Andacht Dezember 2018 - Februar 2019

„A Star was born“, „ein Star wurde geboren“ so der Titel eines Films, der vor ein paar Wochen in die Kinos kam.

Es geht um Ally, gespielt von Lady Gaga. Ally hat zwar eine tolle Stimme und schreibt schöne Lieder, doch sie traut sich nicht ins Rampenlicht.

Sie findet sich nicht attraktiv genug.

Erst als sie von einem anderen Sänger ermutigt wird, wagt sie den Schritt in die Öffentlichkeit und hat Erfolg. Ally wird ein „Star“.

Ein „Star“: So nennen wir Menschen, die aus der Masse herausragen;

Menschen die einen „Glamour“, einen schönen Schein verbreiten z.B. berühmte Menschen aus dem Showgeschäft. Wenn Menschen diese Star´s sehen, sind sie oft völlig aus dem Häuschen. Ja, manche Stars werden verehrt, oder sogar vergöttert.

Wenn sie erfolgreich genug waren bekommen sie einen Stern aus Stein. Dieser Stern wird mit ihrem Namen auf einem Fussweg, dem „Wacke of Fame“ in Los Angeles eingelassen wird.

Das Matthäusevangelium berichtet auch von einem Stern, einem besonderen Phänomen, das vor über 2000 Jahren tatsächlich am Himmel stand. Einige Astronomen vermuten, dass es sich vielleicht um die Planten Jupiter und Saturn handelte, die in dieser Zeit so nah beieinander standen, dass sie wie ein großer Stern wirkten.

Wie dem auch sei: Sterndeuter hatten diesen Stern ausgemacht und für sie bedeutetet er: „Die Geburt eines Königs.“ Auch hier steht also der Stern für einen „Star“ einen „Superkönig“.

Und so machten sich Sterndeuter auf den Weg nach Jerusalem. Dort erfuhren sie: Wenn ein besonderer König geboren wird, dann in Bethlehem, so stand es in der Bibel

(Micha.5,1). In Bethlehem scheint der Stern über einem Haus. Von den Sterndeutern heißt es: „Als sie den Stern sahen, war ihre Freude riesengroß.“ Mt.2,10

Doch die Sterndeuter finden keinen Star, der Glamour verbreitet, kein holder Knabe im lockigen Haar.“ Nein das Jesus-Baby sieht ganz normal aus und lag in einem Futternapf.

Jesus wird auch nicht durch eine Security von Fans abgeschirmt. Die Sterndeuter können einfach zu dem Kind gehen.

So bescheiden, so unspektakulär Jesus den Mensch begegnet, so gewaltig ist doch sein Anspruch: Retter, Heiland für alle Menschen.

Ja, Jesus redet nicht nur über Gott, er behauptet: „Ich bin es, Gott.“

Aber der „heruntergekommene“ Gott, heruntergekommen zu dir und mir.

Jesus ist der Gott, der sich auf unser Niveau begibt, der Mensch wird um uns Menschen zu begegnen und das ist wunderbar!

Ich kenne Menschen, die fühlen sich in diesen Tagen sehr mies, weil seine Enttäuschung zu verarbeiten haben:

Mit Jesus kommt Gott zu diesen Menschen. Er will nicht am Himmel leuchten, sondern in dein Leben hinein.

Ich kenne Menschen, die haben einen harten Alltag, weil sie ein Familienmitglied pflegen müssen. Mit Jesus will Gott in unserer Haut stecken. Er will mit uns die Lasten teilen und uns Kraft geben.

Ich kenne Menschen, die durch ihr Leben hetzen, immer getrieben von Terminen,

aber im Grunde ohne Sinn und Ziel. Jesus ist gekommen um unser Leben einen Sinn, einen himmlischen Glanz zu verleihen.

Jesus: Mit ihm wurde der absolute Superstar geboren, aber nicht um in den Himmel gehoben zu werden – da kommt er her – nein, sondern in dein Leben zu strahlen.

Das ist die gute Nachricht, auf griechisch das „Evangelium“ von Weihnachten.

In diesem Sinne Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

 

Ihr P. Hannes Koch

Andacht September - November 2018

Liebe Gemeindeglieder,

Liebe Leserin; Lieber Leser,

 

Kannst Du noch staunen?

Kindern sagt man nach, dass sie staunen können.

Kinder kriegen noch große Augen und aus ihrem Mund entweicht ein „Boah!“.

Uns Erwachsenen scheint es schwerer zufallen zu staunen.

Das liegt auch daran, dass wir glauben, viele Phänomene erklären zu können.

Aber sind eigentlich erklärbare Dinge weniger erstaunlich, als unerklärliche?

So staune ich über die Fledermaus, die über meine Terrasse fliegt und mit ihrem Radar sogar ein 0,05 mm dickes Seil erkennt.

Ich staune über einen Sonnenuntergang am Strand.

Auch wenn ich natürlich weiß, dass die Sonne gar nicht untergeht, sondern die Erde sich bewegt, dennoch staune ich darüber.

Zumal: Was heißt eigentlich „erklären“?

Sie können sagen: „Mein Auto fliegt nicht weg, weil es die Erdanziehungskraft gibt!“

Aber ist das wirklich eine Erklärung?

Denn was ist denn die Erdanziehungskraft und woher kommt sie?

Warum zieht Materie andere Materie an? Wir wissen es nicht.

Nun ob erklärbar oder nicht: Diese Welt ist voller Wunder, Wunder über die wir staunen können.

Einer der das Staunen nicht verlernt hat, meldet sich in der Bibel zu Wort.

In Prediger 3,11 heißt es: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“

Gott: Nach den Worten der Bibel ist er nicht nur der Schöpfer, sondern auch der Erhalter der Welt.

Dabei hat Gott den Menschen mit einer erstaunlichen Eigenschaft ausgestattet.

Die Bibel drückt es sehr poetisch aus: Gott hat dem Menschen „die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“.

D.h.: Dass der Mensch ein staunenden Wesen ist, hat auch damit zu tun, dass er über den Tellerrand hinaus sieht.

So fragen Menschen in allen Teilen der Welt, in jeder Kultur nach dem Sinn des Lebens, nach einer ewigen Hoffnung, nach etwas „göttlichem“.

Der Grund liegt darin: Jeder Mensch hat eine tiefe Sehnsucht nach der Ewigkeit, einen Lebenshunger, den letztlich nur der ewige Gott stillen kann.

Doch wer ist dieser Gott? Wie können wir ihn erkennen?

Der Schriftsteller Professor C.S. Lewis schreibt in seinem Buch „Pardon ich bin Christ“: „Wenn wir Gott erkennen wollen, geht die Initiative von ihm aus. Gibt er (Gott) sich nicht zu erkennen, dann kann uns all unser Bemühen nicht helfen.“

Und gibt sich Gott zu erkennen? Ja, das tut er.

Jesus behauptet, dass Gott sich durch ihn zuerkennen gibt. So erklärt Jesus: „Wer mich sieht, sieht Gott.“ (vgl. Joh. 14, 9) D.h. Durch Jesus wird Gott Mensch damit wir ihn, Gott, erkennen.

Ja, mehr noch: Durch Jesus können wir mit Gott in Kontakt kommen.

Jesus ist so etwas wie eine lebendige Brücke, die uns mit Gott verbindet; wie ein PIN-Code, durch den sich die Tür zu Gott öffnet.

Gott gibt sich uns also uns Menschen als Mensch zuerkennen. Er tut es um sich mit uns zu verbinden und die Sehnsucht in unserem Herzen zu stillen. Darüber möchte ich nicht aufhören zu staunen. In diesem Sinne: Euch eine erstaunliche Zeit!

 

Euer P. Hannes Koch

Andacht Juni - August 2018

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

am 16. Juni beginnt sie: Die Fußballweltmeisterschaft 2018.

32 Mannschaften spielen bei Gastgeber Russland um den Pokal.

Natürlich reisen aber nicht nur die Mannschaften und ihr Teams ins Land.

Auch Journalisten, Politiker , Funktionäre und nicht zuletzt viele, viele Fans reisen nach Russland. So ist so eine Weltmeisterschaft immer eine Gelegenheit der Völkerverständigung. Ich erinnere mich noch an die WM in Deutschland vor 12 Jahren.

Damals war das Motto: „Zu Gast bei Freunden.“

Tatsächlich haben sich viele Deutsche damals von einer Seite gezeigt, die man vielen nicht zu getraut hätte: „Gastfreundlich.“ Heute spricht man auch gerne von „Willkommenskultur“.

Ausdrücklich werden wir in der Bibel zur Gastfreundschaft aufgerufen.

So heißt es im Monatsspruch

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ Hebr.13,2

Doch was ist das eigentlich „gastfreundlich“?

Viele denken zur Gastfreundschaft gehört viel Aufwand.

Für den Gast müsse man alles blitze-blank putzen, aufräumen, viel einkaufen und und und.

Tatsächlich fangen viele Gastgeber/innen im Vorfeld eines Besuchs an zu „rotieren“.

Aber ist die Mühe immer notwendig und vor allem wirklich „gastfreundlich“?

Ich persönlich glaube, dass ein Gast sich besonders freut, wenn der Gastgeber entspannt ist und ihn/sie einfach mit in das eigene Leben hinein nimmt;

wenn der Gast nicht nur einen vollen Teller, sondern ein offenes Ohr vorfindet.

D.h. : Nicht alles anders machen, weil Besuch da ist, sondern mit dem Gast das teilen, was man hat.

Ein Vorbild dieser Art von Gastfreundschaft finden wir bei Jesus selbst.

Jesus hatte nicht nur ein offenes Haus (vgl.Joh1,38f), er teilte mit den Menschen auch Essen und ihre Sorgen. (Mk.6,34-37)

Dabei hat Gottes Gastfreundschaft immer zum Ziel, dass wir uns bei ihm Zuhause fühlen.

Doch nicht nur der Gastgeber teilt mit dem Gast.

Wolfgang Vorländer schreibt in seinem Buch: „Gottes Gastfreundschaft im Leben der Gemeinde“: „Gastfreundschaft ist keine Aktivität, sondern eine unbewusste Ausstrahlung, die einem Menschen die Botschaft vermittelt: `Mir fehlt etwas, wenn du fehlst; wenn du vorüberziehst, dann ist mein Leben ärmer geworden.´

Tatsächlich: Gäste machen nicht nur Arbeit und Mühe: Sie bereichern unser Leben.

Dies deutet auch der Monatsspruch an, in dem es heißt:

Durch eure Gastfreundschaft habt ihr unbemerkt Engel beherbergt.

Engel sind Boten Gottes. Diese können übernatürliche Wesen aber auch Menschen können Boten Gottes sein.

Wer sie aufnimmt und Gastfreundschaft schenkt, dient Gottes Plan.

Ja wer Gottes Boten aufnimmt, wird dadurch Gottes Segen empfangen.

So lohnt sich Gastfreundschaft in mehrfacher Hinsicht.

Es nicht nur ein „Geben“ , sondern man bekommt viel zurück, manchmal ohne es gleich zu merken.

Gastfreundschaft lohnt sich, zumal wenn uns bewusst wird, dass wir alle nur „Gäste“ auf Erden sind.

 

Ihr P. Hannes Koch